Ein Experiment – ein Werkzeug zur Untersuchung der Ich-Illusion
Ankommen
Setz dich hin. In die Küche. Auf einen Stuhl.
Der Raum ist da: Fenster, Tisch, Tasse. Ein Gedanke sagt sofort: Küche, Stuhl, Kaffee. Das ist ganz normal. So beginnt Erfahrung fast immer – mit einem unmittelbaren Eindruck und einer schnellen Benennung.
Sehen
Lass den Blick durch den Raum gehen. Zum Fenster, zur Tasse.
Was ist gerade zu sehen? Farben, Formen, Bewegung. Gedanken benennen alles sofort: Fenster, Wolken, Dampf. Nimm das wahr, ohne etwas zu verändern. Es geht nicht darum, die Benennungen loszuwerden, sondern sie als Teil der Erfahrung zu erkennen.
Hören
Richte die Aufmerksamkeit auf das Hören. Vielleicht ein Auto, ein Vogel, ein Geräusch im Haus. Gedanken sagen: Auto, Vogel. Auch das gehört dazu. Prüfe: Ist da mehr als Geräusch – oder kommt das Ding erst mit dem Gedanken?
Riechen und Schmecken
Nimm den Geruch wahr – Kaffee oder Tee. Dann den Geschmack beim Trinken. Warm, bitter, weich. Auch hier tauchen sofort Begriffe auf. Schau, was ohne sie bleibt.
Berührung und Körperempfindung
Spüre den Stuhl unter dir, den Boden unter den Füßen, die Tasse in der Hand. Härte, Druck, Wärme. Gedanken machen daraus Stuhl, Boden, Hand. Die Empfindung selbst braucht das nicht.
Ein Wechsel in die direkte Erfahrung
Lass die Benennungen da sein – und rücke näher an das, was tatsächlich erfahrbar ist. Nicht analysieren. Nur genauer werden.
Beim Sehen: Farbe und Form.
Beim Hören: Geräusch.
Beim Riechen: Geruch.
Beim Schmecken: Geschmack.
Bei Berührung: Empfindung.
Beim Denken: Gedanke – als Wort oder inneres Bild.
Mehr braucht es nicht. Keine Dinge. Keine Objekte. Kein Ich. Nur Erfahrung.
Das Werkzeug hinter dem Experiment
Dieses Vorgehen ist ein Werkzeug. Kein Ziel, keine Technik zur Entspannung. Es wird genutzt, um die Ich-Illusion zu untersuchen. Denn das Gefühl, jemand zu sein, der sieht, hört, fühlt und denkt, entsteht genau hier – in der gedanklichen Einordnung von Erfahrung.
Wenn Sehen nur Farbe und Form ist, wo ist dann der Sehende?
Wenn Hören nur Geräusch ist, wo ist der Hörende?
Wenn ein Gedanke einfach auftaucht, wem gehört er?
Suche nicht nach einer Antwort. Schau nach Erfahrung.
Einladung zur Einordnung
Dieses Experiment ist keine Methode, um etwas zu erreichen oder zu verbessern. Es ist eine Einladung, kurz innezuhalten und selbst zu prüfen, wie Erfahrung tatsächlich erscheint – vor jeder Erklärung.
Nicht richtig oder falsch. Nicht besser oder schlechter.
Nur diese Frage: Was ist jetzt gerade direkt erfahrbar?
Und dann: schauen.
Wenn du magst, nutze dieses Werkzeug immer wieder im Alltag. Ganz kurz. Ohne Absicht. Ein Blick reicht.
Wenn du verstehen möchtest, wie diese direkte Erfahrung im Direct Pointing gezielt genutzt wird, um die Ich-Illusion zu untersuchen, findest du hier eine ausführlichere Einordnung: Direct Pointing – warum direkte Erfahrung das zentrale Werkzeug ist
Wenn dich das anspricht, kannst du auf verschiedene Weisen weiterschauen:
- Starte mit dem kostenlosen Starter-Workbook zur Ich-Illusion
- Lies Durch die 10 Fesseln zum Erwachen oder Die Ich-Illusion durchschauen
- Schau in die Offene Gruppe, wenn du gemeinsam schauen möchtest
- Schreib mir, wenn du direkte Begleitung suchst
- Oder hinterlasse einen Kommentar, wenn du etwas teilen möchtest
Wenn du über neue Texte, Gruppen und Angebote informiert werden willst:
Trag dich hier in den Newsletter ein: