Der Glaube an ein Selbst wirkt selbstverständlich.
Gedanken, Gefühle und Handlungen scheinen eindeutig jemandem zu gehören.
Doch was passiert, wenn genau diese Annahme einmal direkt untersucht wird?
Serie: Die ersten drei Fesseln des Stromeintritts
- Das Selbst – Erste Fessel
- Zweifelsucht – Zweite Fessel
- Riten und Rituale – Dritte Fessel
Die erste der zehn Fesseln ist der Glaube an ein Selbst.
Nicht als Theorie.
Nicht als philosophische Annahme.
Sondern als Selbstverständlichkeit.
Wir gehen davon aus, jemand zu sein.
Dieser Körper – das bin ich.
Diese Gedanken – meine Gedanken.
Diese Gefühle – meine Gefühle.
Es wirkt eindeutig.
Unbezweifelbar.
Buddha nannte diese Annahme sakkāya-diṭṭhi – Persönlichkeitsglaube.
🔹 Die erste Fessel gehört zu den drei Fesseln des Stromeintritts.
Eine Übersicht über diesen ersten entscheidenden Schritt findest du hier:
Die Ich-Illusion durchschauen
Die fünf Daseinsgruppen
Alles, was wir erleben, lässt sich in fünf Bereiche einteilen:
Körper.
Gefühl.
Wahrnehmung.
Geistige Formationen.
Bewusstsein.
Das ist das gesamte Erfahrungsfeld.
Und genau hier geschieht der entscheidende Schritt:
Aus Empfindung wird „mein Körper“.
Aus Gedanke wird „mein Denken“.
Aus Wahrnehmung wird „mein Erleben“.
Die Zuschreibung geschieht automatisch.
So entsteht Identität.
Das Selbst wird vorausgesetzt
Bewegung geschieht – und wir sagen: Ich bewege mich.
Gedanke erscheint – und wir sagen: Ich denke.
Gefühl taucht auf – und wir sagen: Ich fühle.
Die Schlussfolgerung ist schnell.
So schnell, dass wir sie nicht bemerken.
Und genau hier entsteht die Linie:
| Das bin ich | Das bin ich nicht |
Mit dieser Linie beginnt Trennung.
Innen | Außen.
Ich | Welt.
Ein blinder Fleck
Dass das Selbst selten selbst zum Untersuchungsgegenstand wird, beschreibt Jed McKenna in deutlichen Worten:
„Unsere Augen sind weit geöffnet, und wir sehen die Realität völlig klar. Dies ist so offensichtlich, dass es sich jenseits aller denkbaren Zweifel befindet. Doch es ist unwahr. Unser Sehvermögen ist derart von emotionalem Treibgut der Selbstheit verdunkelt, dass das, was wir die nackte Realität nennen, in Wahrheit nur ein schwacher Schein ist, den wir durch fest verschlossene Augenlider wahrnehmen, gerade genug Licht, das zu uns durchdringt, um die innere Traumlandschaft wahrnehmen zu können.
Auf der Suche nach Wahrheit, Gott, Bedeutung, Überbewusstsein, Vereinigung mit Gott, Glückseligkeit, Erlösung oder welchen spirituellen Zipfel auch immer wir nachjagen mögen, ist das Selbst niemals selbst einer kritischen Überprüfung ausgesetzt.“
Das Selbst wird nicht geprüft.
Es wird angenommen.
Und auf dieser Annahme baut alles Weitere auf.
Die erste Fessel im Zusammenhang
Die erste Fessel steht nicht allein.
Gemeinsam mit:
bildet sie die drei Fesseln des Stromeintritts.
🔹 Eine Übersicht findest du hier:
Die Ich-Illusion durchschauen
Die zweite Fessel verteidigt das Selbst.
Die dritte Fessel stabilisiert es.
Erst wenn klar wird, dass kein Selbst auffindbar ist, fallen alle drei.
Die erste Fessel fällt
Das Selbst muss nicht zerstört werden.
Es war nie auffindbar.
Wenn die Annahme als Annahme erkannt wird, endet die Verwechslung.
Nicht mehr.
Weiterführend
Die zehn Fesseln
Wenn du die Struktur aller zehn Fesseln im Zusammenhang verstehen möchtest, lies hier weiter:
🔹 Durch die 10 Fesseln zum Erwachen
Ich Illusion
Zur praktischen Untersuchung dieser Annahme:
→ Zweifelsucht – Zweite Fessel
Wenn dich das anspricht, kannst du auf verschiedene Weisen weiterschauen:
- Starte mit dem kostenlosen Starter-Workbook zur Ich-Illusion
- Lies Durch die 10 Fesseln zum Erwachen oder Die Ich-Illusion durchschauen
- Schau in die Offene Gruppe, wenn du gemeinsam schauen möchtest
- Schreib mir, wenn du direkte Begleitung suchst
- Oder hinterlasse einen Kommentar, wenn du etwas teilen möchtest
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