Die zweite Fessel ist der skeptische Zweifel – das Misstrauen gegenüber direktem Sehen und dem Weg, der dorthin führt.
Serie: Die ersten drei Fesseln des Stromeintritts
- Das Selbst – Erste Fessel
- Zweifelsucht – Zweite Fessel
- Riten und Rituale – Dritte Fessel
Wir können die Wahrheit abwehren.
Ihr ausweichen.
Sie nicht wahr sein lassen.
Buddha nannte die zweite Fessel Vicikicchā –
Skeptischer Zweifel oder Zweifelsucht.
Er beschrieb es als einen Mangel an Vertrauen zum Buddha und seinen Lehren,
insbesondere den vier edlen Wahrheiten.
Wir haben das Verlangen zu unterscheiden und zu überdenken: Wir zweifeln.
Mehr zu Buddhas Lehre auf der Seite Erleuchtung erleben von Alfred Dutz.
🔹 Die zweite Fessel gehört gemeinsam mit Selbstglaube und Hängen an Riten zu den drei Fesseln des Stromeintritts.
Eine Übersicht findest du hier: Die Ich-Illusion durchschauen
Zweifelsucht
Wie schaffen wir es eigentlich die Wahrheit über uns und die Welt zu kennen,
sie aber nicht anzuerkennen?
In der Zweifelsucht der zweiten Fessel können wir sehr gut beobachten,
wie wir das Selbst verteidigen,
wenn es um die Frage geht,
ob wir das sind, was wir glauben zu sein.
Auf dem Weg durch die vorherigen Fesseln
haben wir uns einige überzeugende Erklärungen dafür zurechtgelegt,
dass wir einzigartige Wesen sind,
die getrennt von allem anderen existieren.
Und wir glauben fest daran.
Unerschütterlich.
Es wird als Tatsache angesehen und nicht mehr in Frage gestellt.
Weil wir uns klar distanzieren,
uns abgrenzen können:
Durch unsere Rituale,
unsere Vorlieben
und Abneigungen
haben wir eine ganz einzigartige Art entwickelt
durch unser Leben zu gehen.
Wir sind individuell,
unabhängig,
frei.
Wir wissen genau,
was „die Realität“ ist
und sehen uns als autonome Protagonisten.
Die zweite Fessel
Die zweite Fessel ist die Annahme,
wir hätten die Fähigkeit die Wahrheit abweisen zu können.
Durch die angenommene Fähigkeit des Zweifelns
sind wir in der Lage der Wahrheit auszuweichen.
Sie abzulehnen.
Ihr zu widerstehen.
Sie zu übersehen
oder über sie hinweg zu sehen.
Wir halten die Wahrheit auf Abstand.
Lassen nicht zu, dass sie weiter vordringen kann.
Wir hegen einen skeptischen Zweifel an den Lehren Buddhas.
Erfahren wir die Wahrheit,
zum Beispiel von einem spirituellen Lehrer,
lehnen wir sie ab.
Zweifeln das Gehörte an.
Sind skeptisch.
Haben Bedenken.
Belächeln.
Bestreiten.
Intervenieren.
Wiegeln ab.
Argwöhnen.
Wenden uns etwas anderem zu.
Deshalb schaffen wir es,
die Wahrheit über uns und die Welt zu kennen,
sie aber nicht anzuerkennen.
Wir haben eine dicke Trotz-Mauer aufgetürmt.
Auf der anderen Seite lauert die Wahrheit,
aber wir lassen sie nicht rein.
Dieser Abwehrmechanismus funktioniert gut.
Immer, wenn das Leben uns zeigt,
dass wir uns irren könnten in Bezug auf uns und die Welt,
finden wir für jede Annahme, die wir haben eine logische Erklärung.
Dies führt direkt zur ersten Fessel, wo wir eine Linie ziehen:
| Das bin ich | Das bin ich nicht |
Die zweite Fessel fällt gemeinsam mit der ersten und dritten Fessel weg.
Wenn wir erkennen, dass es das Selbst nicht gibt.
Dann ist auch keine Mauer,
kein Abwehrmechanismus mehr nötig,
der uns vor der Wahrheit schützt.
Weiterführend
Die zehn Fesseln
Wenn du die Struktur aller zehn Fesseln im Zusammenhang verstehen möchtest, lies hier weiter:
🔹 Durch die 10 Fesseln zum Erwachen
Ich Illusion
Zur praktischen Untersuchung dieser Annahme:
← Das Selbst – Erste Fessel
→ Riten und Rituale – Dritte Fessel
Wenn dich das anspricht, kannst du auf verschiedene Weisen weiterschauen:
- Starte mit dem kostenlosen Starter-Workbook zur Ich-Illusion
- Lies Durch die 10 Fesseln zum Erwachen oder Die Ich-Illusion durchschauen
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